In allen Regionen weltweit wird in den nächsten ein bis drei Jahren ein Rückgang des Anteils von Rechenzentrums- und Private-Cloud-Modellen (On-Premises oder gehostet) zugunsten von hybriden Multi-Cloud- und häufig auch Single-/Multiple-Public-Cloud-Implementierungen erwartet. In Deutschland zeigt sich das gleiche Muster, und es wird für den Prognosezeitraum einen Anstieg der hybriden Multi-Cloud-Implementierungen um 19 Prozentpunkte und ein Anstieg der Single-Public-Cloud-Implementierungen um 10 Prozentpunkte erwartet (siehe Abbildung 1).
Global
EMEA
Deutschland
Rechenzentrum und Private Cloud
(On-Premises oder gehostet)
Hybrid Cloud
Hybride Multicloud
Single Public Cloud
Multiple Public Clouds
Abbildung 1: Eingesetzte und geplante IT-Bereitstellungsmodelle (Q1)
Ähnlich wie im weltweiten und EMEA-Durchschnitt war auch in Deutschland die Flexibilität, sowohl in der Cloud als auch On-Premises zu arbeiten, der wichtigste Grund für die Wahl der Infrastruktur. Bei den deutschen Befragten stand diese Wahl mit einer Häufigkeit von 50 % eindeutig an erster Stelle. Die nächsthöchste Wahl, Data Services, lag bei durchschnittlich 39 % (siehe Abbildung 2).
Flexibilität für den Einsatz in der Cloud und On-Premises
Performance
Schutz vor Ransomware und Malware
Data Services (z. B. Snapshots, Replikation, Datenwiederherstellung, Backups)
Datensouveränität und Datenschutz
Fähigkeit zur Unterstützung von KI
Nachhaltigkeit
Kosten
Abbildung 2: Rangfolge der wichtigsten Faktoren für die Wahl der Infrastruktur (Q5)
In einer separaten, aber damit zusammenhängenden Frage zu den IT-Herausforderungen gaben 75 % der deutschen Befragten an, dass die Verlagerung von Workloads in eine andere Cloud-Umgebung kostspielig und zeitaufwändig sein kann. Dies könnte ein Grund für die hohe Inzidenz und die Betonung der Flexibilität der Infrastruktur in verschiedenen Umgebungen sein.
Diese Rate der Anwendungsmigration entspricht sowohl dem globalen als auch dem EMEA-Durchschnitt, wo 95 % der Befragten angaben, im letzten Jahr Anwendungen zwischen verschiedenen Umgebungen verschoben zu haben. Als Hauptgründe für die Migration von Anwendungen nannten die deutschen Befragten „die Integration mit Cloud-nativen Services (z. B. KI/ML)“ und „die Verbesserung der Datenzugriffsgeschwindigkeit“ (siehe Abbildung 3).
Um unsere Sicherheitslage zu verbessern und/oder um regulatorische Anforderungen zu erfüllen
Zur Integration mit Cloud-nativen Services (z. B. KI/ ML etc.)
Zur Verbesserung der Datenzugriffsgeschwindigkeit
Um eine bessere Kontrolle über die Anwendung zu erhalten
Schnellere Anwendungsentwicklung
Outsourcing der IT-Verwaltung
Zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen
Disaster Recovery
Bedenken hinsichtlich der Kapazität
Kosten
Auftrag der Führungsebene
Abbildung 3: Gründe für die Anwendungsmigration (Q7)
In einer separaten Frage gaben 85 % der deutschen Befragten an, dass die Migration von Workloads und Anwendungen angesichts ihrer aktuellen IT-Infrastruktur eine „mittlere bis große Herausforderung“ darstellt. Die Unterstützung bei der Bewältigung der Migrationsherausforderungen könnte ein wichtiges Geschäftsfeld für Anbieter von IT- und Infrastrukturlösungen sein.
Auf die Frage nach konkreten Nachhaltigkeitsinitiativen gaben die Befragten aus Deutschland an, dass sie sich im Jahr 2023 vor allem auf „die Modernisierung der IT-Infrastruktur zur Verbesserung der Nachhaltigkeit“ und „auf die Nutzung von Remote-Arbeit zur Reduzierung der Umweltbelastung durch Mitarbeiterreisen“ konzentriert haben (siehe Abbildung 4).
Wir haben unsere IT-Infrastruktur modernisiert, um die Nachhaltigkeit zu verbessern
Ziel war es, unsere Fähigkeit zu verbessern, Bereiche zur Reduzierung von Abfallprodukten zu identifizieren (z. B. gefährliche Schadstoffe, Chemikalien, Papier usw.)
Die durch Technologien erleichterte Remote-Arbeit hat die Umweltverschmutzung durch das Pendeln der Mitarbeiter zu einem zentralen Arbeitsort verringert
Bessere Einhaltung der Umweltvorschriften
Unsere Fähigkeit, Treibhausgasemissionen und unsere CO₂-Bilanz zu überwachen, hat sich verbessert
Wir nutzen mehr erneuerbare Energiequellen
CO₂-Neutralität bis 2050
Global
EMEA
Deutschland
Abbildung 4: Nachhaltigkeitsinitiativen, die im letzten Jahr im Mittelpunkt standen (Q8)
Bemerkenswert ist die geringe Häufigkeit der Aussage „CO₂-Neutralität bis 2050“ bei den Befragten aus Deutschland im Vergleich zum globalen und EMEA-Durchschnitt. Dies könnte darauf hindeuten, dass in Deutschland weniger Wert auf klimaneutrale Programme gelegt wird, sondern mehr auf greifbare, kurzfristige Programme und Initiativen, die sich unmittelbar auf die Emissionen auswirken.
In einer separaten, aber damit zusammenhängenden Frage stimmten 88 % der deutschen Befragten zu, dass Nachhaltigkeit eine Priorität für ihr Unternehmen sei, 2 Prozentpunkte über dem EMEA-Durchschnitt von 86 %. Allerdings geben nur 67 % der Befragten aus Deutschland an, dass die Investitionen ihres Unternehmens in Nachhaltigkeitsbemühungen und -technologien steigen, was im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 77 % und dem EMEA-Durchschnitt von 73 % gering ist. Diese vergleichsweise geringe durchschnittliche Investition in Nachhaltigkeitsinitiativen könnte ein Grund dafür sein, dass ein relativ kostengünstiges und passives Nachhaltigkeitsprogramm wie Remote-Arbeit bei den deutschen Befragten so hoch im Kurs steht.
Über 90 % der befragten deutschen Unternehmen gaben an, dass ihr Unternehmen in den letzten drei Jahren von einem Ransomware-Angriff betroffen war. Die Zeit, die deutsche Unternehmen benötigen, um sich davon wieder zu erholen, ist schlechter als der EMEA-Durchschnitt. Nur 40 % der deutschen Unternehmen gaben an, sich innerhalb weniger Stunden oder Tage wieder erholt zu haben, verglichen mit 56 % in der gesamten EMEA-Region (siehe Abbildung 5).
Unser Betrieb war innerhalb weniger Stunden wieder vollständig hergestellt
Unser Betrieb war innerhalb weniger Tage wieder vollständig hergestellt
Unser Betrieb war innerhalb weniger Wochen wieder vollständig hergestellt
Unser Betrieb war innerhalb weniger Stunden weitgehend wiederhergestellt, aber andere Auswirkungen des Angriffs dauerten noch einige Wochen an
Unser Betrieb war innerhalb weniger Tage weitgehend wiederhergestellt, aber die Auswirkungen des Angriffs dauerten noch einige Wochen an
Global
EMEA
Deutschland
Abbildung 5: Erforderliche Zeit zur Wiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff (Q11)
Bemerkenswert ist auch, dass ein vergleichsweise hoher Anteil der Befragten in Deutschland angab, dass es Wochen dauerte, bis der Betrieb nach einem Angriff wieder vollständig aufgenommen werden konnte (33 % in Deutschland gegenüber 21 % in EMEA).
Es ist offensichtlich, dass Unternehmen in Deutschland noch viel tun müssen, um ihre Sicherheitslage in Bezug auf Ransomware zu verbessern. In einer verwandten Frage gaben 45 % der deutschen Befragten an, dass der Schutz vor Ransomware und Malware angesichts ihrer derzeitigen IT-Infrastruktur eine „große Herausforderung“ darstellt. 92 % der deutschen Befragten stimmten zu, dass ihr Unternehmen den Schutz vor Ransomware verbessern könnte. Glücklicherweise scheint es finanzielle Unterstützung für die Verbesserung des Schutzes vor Ransomware zu geben, da 80 % der deutschen Befragten angaben, dass sie bis 2024 mehr in den Schutz vor Ransomware investieren wollen.
Ähnlich wie in der EMEA-Region wurden auch in Deutschland „Datenschutz“ und „Einhaltung von Richtlinien zur Datenspeicherung und -nutzung (z. B. DSGVO)“ als die beiden größten Herausforderungen für das Datenmanagement genannt (siehe Abbildung 6).
Schutz vor Ransomware und Datensicherheit
Datenschutz
Befolgung der Richtlinien zur Datenspeicherung und -nutzung (z. B. DSGVO)
Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Umgebungen
Mangelnder Überblick über den Speicherort der Daten
Kosten
Monde
EMEA
France
Abbildung 6: Die größten Herausforderungen beim Datenmanagement (Q12)
Über 90 % der Befragten in Deutschland halten es für wichtig, dass ihr Unternehmen den Überblick über den Speicherort ihrer Daten verbessert. Es wird immer wichtiger, die Transparenz von Unternehmensdaten in allen Umgebungen zu gewährleisten, um gesetzliche Anforderungen an die Datennutzung und den Datenschutz, wie z. B. die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), zu erfüllen. Leider dürften diese Herausforderungen auch kurzfristig bestehen bleiben, wobei 45 % der Befragten aus Deutschland angaben, dass Datenschutz und Compliance angesichts ihrer derzeitigen IT-Infrastruktur eine „große Herausforderung“ darstellen.
Weitere schlechte Nachrichten: Deutschlands Fokus auf die Einführung von KI-Technologien könnte die Herausforderungen in Bezug auf Datenschutz und Compliance weiter verkomplizieren. Wenn wir uns die Umfrageergebnisse genauer ansehen, stellen wir fest, dass 79 % der deutschen Befragten angeben, dass der Datenschutz für ihr Unternehmen aufgrund von KI ein Problem darstellt.
Im Gegensatz zu den Ergebnissen auf globaler Ebene und in der EMEA-Region, wo Datensicherheit und Schutz vor Ransomware an erster Stelle stehen, wurde in Deutschland die „Umsetzung von KI-Strategien“ als wichtigste IT-Priorität für die Führungsebene für 2024 genannt (siehe Abbildung 7).
Datensicherheit und Schutz vor Ransomware
Implementierung des richtigen hybriden IT-Betriebs
Implementierung von KI-Strategien
Optimierung des Betriebs
Beschleunigung der Anwendungsentwicklung
Minimierung der Kosten
Nachhaltigkeit
Abbildung 7: IT-Prioritäten der Führungsebene 2024 (Q17)
In einer separaten Frage zu den Investitionsprioritäten 2024 gaben 76 % der Befragten aus Deutschland an, dass ihr Unternehmen die Investitionen zur Unterstützung der KI-Strategie in den nächsten 12 Monaten erhöhen wird. Auf die Frage nach dem Grad der Herausforderung in Bezug auf verschiedene IT-Prozesse und -Aktivitäten nannten die deutschen Befragten jedoch den „Betrieb von KI-Anwendungen“ als Herausforderung Nr. 1 in Bezug auf ihre derzeitige IT-Infrastruktur. Dies ist eindeutig ein Bereich, in dem Anbieter von IT-Lösungen und -Dienstleistungen Verbesserungen und Modernisierungen vorantreiben können.
Bei der Containerisierung werden Softwareanwendungen virtualisiert, so dass sie auf jeder zugrunde liegenden Cloud-Plattform – Private oder Public – auf die gleiche Weise ausgeführt werden können. Containerisierung kann daher als Kernstück einer intelligenten hybriden Multi-Cloud-Strategie betrachtet werden. Die überwiegende Mehrheit (98 %) der deutschen Befragten gab an, dass ihr Unternehmen einen Teil seiner Anwendungen containerisiert hat. Der Anteil der Containerisierung von Anwendungen ist bei den deutschen Befragten ähnlich hoch wie im EMEA- und weltweiten Durchschnitt (siehe Abbildung 8).
Alle unsere Anwendungen sind containerisiert
Mehr als 50 % der Anwendungen sind containerisiert
Weniger als 50 % der Anwendungen sind containerisiert
Keine unserer Anwendungen ist containerisiert
Global
EMEA
Deutschland
Figure 8: Rate der Anwendungscontainerisierung (Q14)
Bereits das sechste Jahr in Folge hat Nutanix eine globale Studie in Auftrag gegeben, um mehr über den Stand der weltweiten Implementierungen von Enterprise Clouds zu erfahren und herauszufinden, welches die wichtigsten Initiativen und Herausforderungen für die IT-Infrastruktur und das Cloud-bezogene Datenmanagement in Unternehmen sind. Im Dezember 2023 befragte das britische Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne weltweit 1.500 Entscheidungsträger aus den Bereichen IT und DevOps/Platform Engineering. Die Befragten kamen aus unterschiedlichen Branchen, Unternehmensgrößen und Regionen, darunter Nord- und Südamerika, Europa, der Nahe Osten und Afrika (EMEA) sowie Asien-Pazifik-Japan (APJ).
Dieser Report ergänzt die globalen Ergebnisse des 6. jährlichen Enterprise Cloud Index (ECI) und konzentriert sich auf die Ergebnisse der Befragung von 100 IT-Experten in Deutschland. Er zeigt auch, wie die Ergebnisse in Deutschland im Vergleich zum Rest der EMEA-Region und zum weltweiten Durchschnitt aussehen.
Die Mehrheit der deutschen Befragten in der diesjährigen ECI-Studie (92 %) gibt an, dass ihr Unternehmen bei seiner IT-Infrastruktur-Strategie einen Cloud-Smart-Ansatz verfolgt, bei dem für jede Anwendung die jeweils beste IT-Umgebung genutzt wird. Darüber hinaus geben 88 % der deutschen Befragten an, dass ihr Unternehmen am meisten von einer hybriden Umgebung profitieren würde, die sowohl Public als auch Private Clouds umfasst. Diese hohe Präferenz für den Einsatz von Anwendungen in einem Mix aus IT-Umgebungen wird in den kommenden Jahren einen großen Einfluss auf die Implementierung von IT-Lösungen und -Services in Deutschland haben.
Heute gibt ein Großteil der Befragten aus Deutschland an, entweder Rechenzentrums- und Private-Cloud-Modelle (On-Premises oder gehostet) (35 %) oder hybride Cloud-IT-Modelle (29 %) zu nutzen. Es wird prognostiziert, dass sich dieser Anteil in den nächsten 1 bis 3 Jahren deutlich verändern wird, wobei die Nutzung hybrider Multi-Clouds von heute 10 % auf 29 % ansteigen wird. In der Zwischenzeit wird die Nutzung von Hybrid Clouds, Rechenzentren und privaten Cloud-IT-Modellen in den nächsten 1 bis 3 Jahren zurückgehen. Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass sich die IT-Bereitstellungsmodelle in Deutschland in Richtung hybride Multi-Cloud und Public Cloud entwickeln werden.
Dieser Wandel in der Bereitstellung von Infrastrukturmodellen wird jedoch auch neue Herausforderungen für die IT-Abteilung in Bezug auf die Verwaltung von Anwendungen und Daten mit sich bringen. Beispielsweise gaben 75 % der deutschen Befragten an, dass ihre verschiedenen IT-Bereitstellungsmodelle nicht vollständig interoperabel sind. Dies kann zu Inkonsistenzen bei Betrieb, Datenzugriff und Richtlinien in verschiedenen Umgebungen führen und letztlich IT-Modernisierungsinitiativen verlangsamen oder behindern.
Als die fünf größten Herausforderungen für das Anwendungs- und Datenmanagement bei der Nutzung der aktuellen Infrastruktur werden von den Befragten in Deutschland genannt:
Die fünf wichtigsten Bereiche, in denen deutsche Unternehmen im Jahr 2024 mehr investieren wollen, sind: